STIFTUNGSURKUNDE DES URBANS

 

ln dem verflossenen Jahr 1893 hat Gott der Herr einen

solch guten Wein wachsen lassen, daß er den besten, in

diesemfahrhundert erzeugten, an die Seite gestellt werden

kann; diese gütige Bescherung gab mir Veranlaßung, den

von mir schon längst geplanten Entschluß, dem Güterbe-

sitzerverein allhier; ein bleibendes Andenken zu übergeben,

zum Ausdruck zu bringen, indem ich demselben

                                einen aus einem Rebstock geschnitzten Urban stifte.

 

Derselbe trägt auf dem Haupte eine silberne und eine vergoldete

Krone, auf dem Rücken einen silbernen und innen

vergoldeten Butten mit Silber- und vergoldetem Deckel, in

der rechten Hand einen silbernen und vergoldeten Pfahl

und in der linken Hand eine silberne und vergoldete

Traube haltend.

 

Dieser Stiftung füge ich folgende Bestimmungen an:

 

1.         Der Urbansbecher ist und bleibt auf ewige Zeiten Eigentum

des Güterbesitzervereins. Sollte jedoch eine Zeit

kommen, in welcher derselbe sich auflöst (was aber

nicht geschehen dar/, solange noch 3 Mitglieder vor·

handen sind}, so geht der Urbansbecher in das Eigen·

turn des Gemeinderats über; bis sich wieder ein ähnli·

eher Verein aus hiesigen Grundbesitzern konstituiert.

 

2.         Der Urbansbecher darf nur benützt werden

a} bei festlichen Veranstaltungen des Güterbesitzervereins,

insbesondere

b} bei einer von den bürgerlichen Collegie.n veranstalteten

Festlichkeit, nach dem Ermessen des

jeweiligen Stadtvorstandes.

 

3.         Den Urbansbecher, welcher in einem gleichfalls vom

Stifter gewidmeten eichenen Kästchen aufbewahrt ist,

übernimmt der jeweilige Vorstand des Güterbesitzervereins

in seine Obhut und trägt Sorge für dessen

Instandhaltung.

 

4.         Das vorhandene gleichfalls vom Stifter gewidmete

Buch soll dazu dienen, daß alle dem Urbansbecher

gewidmeten Stiftungen in demselben der Reihe nach

verzeichnet werden.

 

5.         Soll der Urbansbecher gegen Feuergefahr um den

jeweiligen Schätzungswert versichert werden.

 

 

 

Der Stifter:

]ohann Friedr. Schweickert

Cutsbesitzer und Vorstand

des Güterbesitzervereins

Cannstatt, den 24. Februar 1894

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